Die Band Antibalas aus Brooklyn kombiniert Afro-Beat mit Jazz, Funk und Dub und hat gerade ihr neues Album “Antibalas” veröffentlicht. Martín Perna, der Gründer und Kopf der Band, hat euch zu diesem Anlass eine politische Playlist zusammengestellt. Lest hier, wie er dazu inspiriert wurde und was er zu den einzelnen Songs zu sagen hat:
Musiker hatten schon immer eine einzigartige Macht und Position, mit ihrer Kunst die Massen zu erheben, zu inspirieren und zu erziehen. In einer historischen Epoche, die durch die Weltkriege, imperiale Einfälle, und jetzt einen nie endenden Krieg gegen den Terrorismus und Drogen gezeichnet wurde, bleibt Musik eines der wenigen Werkzeuge, die wir haben, um gemeinsam Visionen von einer anderen Welt zu bilden.
Zahlreiche Künstler und Protestsongs der 60er, 70er, und 80er Jahre inspirieren die Musik der Antibalas-Songs, die durch den Vietnamkrieg, schmutzige Kriege in Lateinamerika, Polizeigewalt, oder die globale Macht der Konzerne beeinflusst sind. Im Gegensatz zum kommerziellen Radio, wo man diese Lieder kaum zu hören bekommt, bietet das Internet die Möglichkeit, mit dem unauslöschlichen Geist des Protests in dieser Musik in Verbindung zu treten. In dieser Playlist findet ihr einige meiner All Time Favorites. Einige könnten euch schon vertraut sein, andere werdet ihr wahrscheinlich zum ersten Mal hören. Der Grossteil der Musik ist von Black American Soul, Funk und Jazz Künstlern, die durch ihre Musik neue Visionen für soziale, ökologische und wirtschaftliche Gerechtigkeit schaffen.
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„The Parasite“ von Eugene Mc Daniels, von dem Album „Headless Horsemen of the Apocalypse”, ist der erste Song der Playlist. Wärend der Nixon-Ära der frühen 70er Jahren wurde Mc Daniels aufgrund diesem, und dem folgenden Album „Outlaw“, politisch verfolgt. Das Album ist auch eines der meist gesampelten Alben in der Geschichte des HipHop.
Gefolgt wird der Song von Fela Antikulapo-Kuti, der sich mit der gefährlichen politischen Macht und Gier der Grosskonzerne auseinandersetzt. „I’m Paying Taxes, What Am I Buying” ist die Frage, die im heutigen Amerika, wo die jährlichen Ausgaben nicht mal zu einem Bruchteil in ein sozialeres System investiert werden, heute fast noch aktueller als damals. „President Dante“, Querdenker der Salsa Szene im New York der 70er, träumt davon, die Soldaten zu ihren Familien zurück zu bringen und Steuern gerecht zu verteilen.
„If There’s a Hell Below“ von Curtis Mayfield ist die zerstörende Erkenntnis des schuldhaften Lebens in einer elenden Welt.
„Bomb Yourself“ von TV on the Radio ist durch die hohen Investitionen in Drohnensysteme während der Bush-Ära heute fast relevanter als jemals zuvor.
“This Land Is Your Land” von Sharon Jones And The Dap Kings ist eine unglaublich funky Überarbeitung einer alten Folk-Hymne, die von jedem amerikanischen Schulkind auswendig gelernt werden musste.
“If You Don’t Like the Effects…“, in welchem George Clinton die durch Komfort geblendete Gesellschaft entblößt, ist einer meiner Lieblings-Protest-Songs aller Zeiten: “Ain’t you deep, in your semi-first class seat. You picket this and protest that, and you eat yourself fat.”
Junior Murvins “Police and Thieves” wurde in den frühen 80ern von The Clash gecovert, nachdem Großbritannien aufgrund der wachsenenden Verbrechensrate zum Polizeistaat wurde.
„Gotta Find a New World“ des großen Al Green ist ein gefühlvolles Plädoyer für die fantasievolle Vorstellung einer neuen Welt.
“Nuclear War” ist Sun Ras dunkle, witzige und ernüchternde Erinnerung daran, wie schnell wir uns verabschieden könnten, sollte ein globaler Atomkrieg ausbrechen.
“Viva La Money” ist eine von Allen Toussaints treffenden Aussagen über die Korruption beschwörende Macht des Geldes.
Die Reggae Legende Dennis Brown singt über das beeinträchtigte Leben der Friedvollen durch Politiker und Kriegshetzer in “Wolves and Leopards“.
Positiv und optimistisch endet das Set mit Gil Scott-Herons’ “Peace Go With You, Brother“






